Pferdeklinik am Kirchberg GmbH


Bauchhöhlenchirurgie / Laparaskopie

Kolikchirurgie

Ein chirurgischer Eingriff ist trotz aller konservativen Maßnahmen bei einer Kolik manchmal unumgänglich.

Bereits vor der Operation wird der Patient antibiotisch abgedeckt. Je nach Schwere des Eingriffs erfolgt die Gabe über sieben bis zehn Tage. In der OP werden zunächst Anteile des Darmkonvolutes vorgelagert, verlagerte Darmanteile reponiert, ggf. der Dickdarm gespült und im Falle einer schweren Schädigung unter Umständen Darmanteile resiziert.

Kolik

Nachdem der Patient aus der Vollnarkose erwacht ist und wieder sicher auf seinen Beinen steht ist es häufig notwendig als erstes erneut eine Magensondierung durch zu führen. Situationsabhängig wird dieses in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Je nach Status des Patienten und Befunde der Laborergebnisse erhält der Patient eine weitere Infusionstherapie begleitet von schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten (NSAID´s).

Intensivüberwachung

Anfangs erfolgt eine stündliche Kontrolle des Patienten (Puls und Atemfrequenz, Darmperistaltik, Habitus, Kot- und Harnabsatz).

Anschließend werden die Überwachungs- und Injektionsintervalle dem aktuellen Status angepasst.

Die Anfütterung nach einer Kolikoperation orientiert sich nach Befund und Schwere der Erkrankung. Zu Beginn erhalten die Pferde zunächst handweise Heu und Mash mit Paraffinöl.

Bei komplikationslosem Verlauf werden die Patienten mit dem Ende der antibiotischen Behandlung nach 7-10 Tagen nach Hause entlassen. Die Hautnaht wird mit resorbierbarem Nahtmaterial vernäht, so dass wenn keine Probleme mit der Wundheilung auftreten ein Fädenziehen nicht unbedingt erforderlich ist. Andernfalls sollte der Hautfaden nach 14-16 Tagen gezogen werden.

Die Gesamtdauer der Rekonvaleszenz orientiert sich bei unkompliziertem Verlauf in erster Linie an der Länge der Laparatomiewunde. In den ersten 4 Wochen nach der Entlassung muss das Pferd konsequent stehen und darf allenfalls zum Putzen vor die Box gestellt werden. Weitere 10-14 Tage darf es täglich 10 – 60 Minuten geführt werden (langsam steigern).

Nach insgesamt 6 - 7 Wochen kann man mit langsam aufbauender Arbeit beginnen. Erst zu diesem Zeitpunkt sollte man das Pferd langsam wieder an Koppelgang gewöhnen, indem es zunächst nach dem Reiten für kurze Zeit hinaus darf. Besonders im Sommer muss außerdem darauf geachtet werden, dass die Pferde zu Beginn nicht zuviel Gras bekommen.

Der Zustand der Bauchnaht sollte während der ersten vier Wochen im Hinblick auf Schwellung oder feuchte Stellen kontrolliert werden.

Während der ersten zwei Monate nach der Operation wird die Kraftfuttermenge um mindestens zwei Drittel reduziert. Die Heuration sollte nicht verringert werden. Frisst das Pferd aus Langeweile extrem viel Stroh, muss es gegebenenfalls auf Späne umgestellt werden.

Das Entwurmungsprogramm wird unabhängig vom Operationszeitpunkt eingehalten.