Pferdeklinik am Kirchberg GmbH


Organe

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind auch beim Pferd kein seltener Grund für einen Leistungsabfall und gehören nach den Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Lunge zu den häufigsten internistischen Erkrankungen des Pferdes.

Gründe können sowohl angeborene als auch erworbene Herzerkrankungen sein.

Mögliche Erkrankungen:

Die kardiologische Untersuchung ist notwendig, um das Ausmaß der Erkrankung zu beurteilen und eine Prognose über die weitere Nutzung des Tieres treffen zu können. Neben der ausführlichen klinischen Untersuchung des Pferdes in Ruhe und unter Belastung können folgende Diagnostikmethoden ausgeschöpft werden.

Labor

Die Untersuchung von Hämatokrit, Gesamteiweiß, Elektrolyten und arterieller Blutgase ermöglicht einen allgemeinen Überblick über das Herz-Kreislaufsystem.

Grundsätzliche Entzündungsparameter können durch die Bestimmung von Leukozyten, Fibrinogen und ggf. einem direkten Keimnachweis mittels Blutkultur bestimmt werden.

Zur Diagnose akuter Herzmuskelschäden nutzen wir die Bestimmung spezieller Herzparameter wie die Bestimmung des kardialen Troponin-I.

Elektrokardiographie (EKG)

Das EKG zeichnet die bei der Herztätigkeit auftretenden elektrischen Potentialänderungen linear in Abhängigkeit von der Zeit auf, das heißt Erregungsausbreitung und -rückbildung des Herzmuskels werden bildlich dargestellt. Somit kann das EKG Auskunft über die Herzfrequenz, den Errregungsrhythmus und - ursprung, sowie über die Impulsausbreitung, die Erregungsrückbildung und deren Störungen geben.

Wir haben in unserer Klinik die Möglichkeit sowohl ein Standard - Ruhe - EKG, sowie ein Langzeit-, bzw. 24 Stunden - EKG oder auch ein Belastungs – EKG zu machen.

Mit unserem Telemetrie EKG können wir den Patienten kabellos an ein Mobilgerät anschließen, welches dann die Daten kontinuierlich via Funk an einen Rechner schickt.

Diese Technik macht außer der Möglichkeit des Langzeit- oder Belastungs-EKGs auch die Untersuchung unterwegs möglich.

Ultraschalluntersuchung

Die bildliche Darstellung des Herzens mittels Ultraschallwellen (Echokardiographie) ermöglicht das Aufdecken von angeborenen und erworbenen Herzdefekten, die Abklärung der Ursachen von Herzarrythmien und –tachykardien und die Ermittlung der Ursache von Herzgeräuschen. Darüber hinaus dient sie der Beurteilung der Herzfunktion und der Einschätzung des Schweregrades einer Herzerkrankung.

Mittels modernster Ultraschalltechnik haben wir die Möglichkeit zur Darstellung und Vermessung des Herzens mittels der zweidimensionalen B-Mode und M-Mode-Technik, sowie der konventionellen und farbkodierten Dopplerechokardiographie zur Darstellung von Blutströmen und damit der Diagnostik von Klappeninsuffizienzen, sowie eine Schweregradbestimmung von Herzdefekten.

Niere und harnableitende Wege

Als harnbereitendes Organ bezeichnet man die Niere - zu den harnableitenden Wegen gehören die Blase und die Harnröhre.

Erkrankungen der Niere und der harnableitenden Wege

Durch eine gründliche klinische Untersuchung in Verbindung mit Labordiagnostik und bildgebenden Verfahren wie Ultraschall und Endoskopie können wir nach der Diagnosenstellung gezielt behandeln.

Labor

Die Untersuchung einer Blutprobe liefert vor allem Hinweise auf eine Nierenerkrankung. Durch die Untersuchung von steril gewonnenem Harn mit Hilfe eines Katheters könnenEntzündungen der Blase diagnostiziert werden.

Endoskopie

Eine Endoskopie der Harnröhre und der Blase ist ggf. angezeigt, wenn Ihr Pferd z.B. unter blutigem Harnabsatz oder Inkontinenz leidet. Auch bei Verdacht auf Vorliegen eines Blasensteins ist die Endoskopie von Nutzen.

Magen-Darm und Leber

Magen-Darm-Trakt

Die Erkrankungen in diesem Bereich sind beim Pferd sehr vielfältig und gehören neben orthopädischen Problemen mit zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen beim Pferd.

Um die Problematik oder Ursachen besser zu verstehen bedarf es einer kurzen Erläuterung zur Anatomie bzw. den Besonderheiten des Magen-Darm-Traktes vom Pferd.

Magen

Der Magen vom Pferd ist verhältnismäßig klein, in seiner physiologischen Ausdehnung fasst er lediglich 8-15 Liter.

Der Mageneingang, die Kardia ist von einem starken Ringmuskel umschlossen, der es dem Pferd so gut wie nicht möglich macht, dass es zu Rücktritt von Mageninhalt oder Gasen kommt. Daher der Spruch „Ich hab schon Pferde kotzen sehen“.

Hier sind wir damit schon bei dem ersten Problem – aufgrund dieser anatomischen Gegebenheit kommt es beim Pferd gar nicht allzu selten zu einer Magenüberladung mit der Gefahr der Magenruptur.

Die Innenauskleidung des Magens setzt sich aus einer drüsenlosen (Pars nonglandulares) und einer Drüsenschleimhaut (Pars glandulares) zusammen Der Übergang dieser beiden Schleimhäute ist der Margo plicatus. In Falle von Magengeschwüren (Magenulzera) treten hier oft die Veränderungen als erstes auf.

Darm

Im Gegensatz zum Magen ist der Darm des Pferdes auffallend umfangreich. Dem Magen schließt sich der Dünndarm an, der sich in 3 Abschnitte aufteilt. Das Duodenum ist im Durchschnitt etwa 1m lang, dem folgt das Jejunum mit einer Länge von etwa 25 m und letztlich das Ileum mit einer Länge von ca. 60 cm.

Das Ileum mündet in den Blinddarm (Caecum). Der Blinddarm nimmt beim Pferd mit seiner beachtlichen Größe eine Sonderstellung ein. Im Durchschnitt fasst er ein Volumen von etwa 30 l und ist 1m lang.

Das Caecum fungiert als erste Gärkammer des Pferdedarms.

Dem Caecum schließt sich das Colon an. Unterteilt in Colon ascendens mit einem Fassungsvolumen von etwa 100 l, Colon transversum und Colon descendens. Hier finden die weitere mikrobielle Verdauung und die Resorption von Flüssigkeit statt.

Die Übergänge der einzelnen Darmabschnitte stellen Engpässe dar, an denen es bevorzugt zu Anschoppungen (Obstipationen) von Futterbrei (Ingesta) kommen kann.

Der Darm endet mit dem Rektum mit einer Länge von etwa 25 cm.

Außer zu Obstipationen kann es zu weitgreifenden Darmverlagerungen kommen, die eine OP oft unumgänglich machen.

Eine spezielle Verlagerung des Colons, ist die Aufhängung im Milz-Nieren-Raum.

Dabei steigt der Dickdarm auf und legt sich zwischen linker Bauchwand und Milz über das Milz-Nieren-Band. Das Milz-Nieren-Band stellt eine bindegewebige Verbindung zwischen Milz und der linken Niere dar.

Weitere Kolikursachen können sein:

Ursachen bzw. Begünstigungen für die Entstehung der Kolik beim Pferd gibt es viele: