Pferdeklinik am Kirchberg GmbH


Therapie

Intraartikuläre Injektionen

Häufige Lahmheitsursache ist eine Gelenksentzündung. Dabei kommt es beispielsweise aufgrund eines Traumas oder einer Überbelastung zur Entzündungsreaktion und damit zur vermehrten Füllung des betroffenen Gelenks. Die Stoffwechsellage im Gelenk ist gestört. In diesem Fall ist eine intraartikuläre Injektion sinnvoll.

Folgende Medikamente können dabei zum Einsatz kommen:

Hyaluronsäure

Die Hyaluronsäure ist Hauptbestandteil der Synovia (Gelenkflüssigkeit) und wirkt als Schmiermittel bei allen Gelenkbewegungen. Sie zeichnet sich hier zusätzlich durch strukturviskose Eigenschaften aus: Ihre Viskosität verändert sich mit einwirkenden mechanischen Kräften, genauer nimmt die Viskosität ab, je stärker die Scherkräfte werden. Zudem ist sie zwar flüssig, aber durch ihre hochmolekulare Gestalt viskös genug, dass sie nicht wie Wasser aus dem Gelenk herausgepresst wird. Zudem "haftet" sie durch chemische Wechselwirkungen und die äußere Form besonders gut am Knorpel des Gelenks.

Wirken nun im Zuge einer Belastung, zum Beispiel beim Aufkommen des Pferdes nach einem Sprung starke Druckkräfte auf das Gelenk, knäulen sich die Moleküle zu Kugeln zusammen und hängen wie in einem Kugellager an der Knorpeloberfläche. Wenn aber eine schnelle Scherbewegung nötig ist, so zum Beispiel beim Lauf, wird die Zähigkeit der Hyaluronsäure wegen ihrer Strukturviskosität herabgesetzt und die Reibung verringert.

Bei einer Entzündung verändert sich Menge und Zusammensetzung der Synovia im Gelenk. Die Entzündungsmediatoren nehmen zu und die Vikosität nimmt ab.

Die intraartikuläre Injektion dieser biologischen Substanz ins erkrankte Gelenk führt eine Verbesserung der Gelenkfunktion herbei, bedingt durch die Normalisierung der viskoelastischen Eigenschaften der Synovialflüssigkeit und die Aktivierung der Gewebeheilungsprozesse im Gelenkknorpel.

Corticoide

Cortisone, wie z.B. Betamethason, werden aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkmechanismen bei akuten, nicht infektiösen Entzündungen häufig mit der Hyaluronsäure in Kombination in das Gelenk injiziert.

Erkrankungen der Sehnen

Entzündungen der Sehnen (Tendinitis) oder tatsächliche Sehnendefekte treten beim Pferd, insbesondere Sportpferden häufig auf.

 

Betroffene Strukturen

Einteilung nach Art der Entzündung

Einteilung nach Art des Defekts (Sehnenrupturen)

Einteilung der Lokalisation in Zonen

Symptome

Je nach Schweregrad des Defektes treten bei einer akuten Entzündung mittel- bis hochgradige Lahmheiten auf. Der Sehnenbereich ist geschwollen und vemehrt warm. Im Bereich der oberflächlichen Beugesehen hat man oft das klassische Bild einer „Banane“/“Sehnenbogen“, bei Defekten der tiefen Beugesehne muss eine Schwellung nicht zwangsläufig von außen sichtbar sein.

Bei einer totalen Ruptur der Beugesehne besteht eine starke Durchtrittigkeit im Bereich des Fessselgelenks.

Chronische Entzündungen zeigen meist nur eine ggr. Lahmheit oder sie fehlt komplett. Aufgrund der Bildung von Bindegewebe (Narbengewebe) welches weniger elastisch ist als das gesunde Sehengewebe, kann auch eine chronische Entzündung aufgrund von erneuten Faserrissen immer wieder zur akuten Tendinitis werden.

Zur gesicherten Diagnose ist die Ultraschalluntersuchung unumgänglich.

Therapeutisch kommen hier außer Präparaten zur äußerlichen, lokalen Anwendung (Pasten oder Salben mit entzündungshemmender, durchblutungsfördernder Wirkung) Infiltrationinjektionen in den betroffenen Sehenbereich zum Einsatz.

Hierbei hat man aus der Sportmedizin spezielle Injektionen übernommen (z.B.Injektion nach Müller-Wohlfarth), die zu einer schnelleren Abheilung und besseren Regeneration führen sollen.

Je nach Schweregrad haben solche Sehnendefekte einen langen Heilungsverlauf, der zwischen 4 und 12 Monaten dauern kann.

Erkrankungen des Rückens

Rückenprobleme stellen beim Pferd eine häufig auftretende orthopädische Erkrankung dar.

Angefangen von angeborenen Missbildungen über Weichteilschäden von Bändern und Muskulatur bis hin zu Veränderungen der Wirbel und Wirbelkörper sind die Ursachen weitreichend.

Zur Therapie sind eine Vielzahl von Medikamenten und Behandlungsmethoden bekannt.

Meist ist es sinnvoll mehrer Dinge miteinander zu kombinieren und ein Bewegungsprogramm aufzustellen, welches die Therapie unterstützt.